Aus unserer letzten DSL Umstellung bei der Telekom (vor fünf Jahren), hätten wir etwas lernen sollen:
Das gebuchte DSL 16.000 lief nicht stabil. Sobald die Leitung unter Last war, brach die DSL-Verbindung zusammen und das Modem startete eine neue Synchronisierung. Erst ein Techniker vor Ort konnte dies auch tatsächlich nachvollziehen und begrenzte die Leitung auf 6.000 KBit/s.
Seit diesem Zeitpunkt hat die Telekom nach langem Hin-und-her drei mal eingesehen, dass statt DSL 16.000 nur der Preis für DSL 6.000 berechnet werden darf. Und dreimal haben sie es geschafft, wieder den falschen Tarif zu berechnen.
Dafür gab es aber eine Gutschrift: wir bekamen über ein Jahr lang, in jeweils fünf Euro monatlich aufgeteilt, den zuviel berechneten Betrag zurück. Na, wenn sich das mal nicht jeder leisten kann.
Dann kam vor drei Wochen der Anruf von Herrn H. von der Telekom aus Stuttgart. Die Telekom hat den Geschäftskunden-Service nun wieder dezentralisiert und an den Ort des Kunden zurück gebracht. Wobei der sympathische Schwabe diese Botschaft schon fast allein durch seinen Dialekt rüber gebracht hat.
Die Details waren: neuer Tarif, viel billiger und ein Mehr an Leistung – wie immer. Nach kurzer Schilderung unserer damaligen Leidensgeschichte erklärte besagter Vertriebsmitarbeiter, dass er leider nicht garantieren kann, dass unser gewünschtes VDSL 50.000 diesmal stabil laufen wird. Aber, und diese Zusicherung kam von ihm aus, würden wir ja zumindest die alten Zugangsdaten behalten können und hätten außerdem einen Ansprechpartner vor Ort.
Super. Gehört – bestellt: “schlimmer als Damals kann es ja nicht werden…”
Kurze Zeit später (2. des Monats) kam als erstes die neue Hardware, die DSL Router/Modem-Kombination Speedport W722 V, Typ B. Die später eintrudelnde Auftragsbestätigung widersprach sich selbst mit dem geplanten Schaltungstermin (einmal war die Rede vom 7., dann vom 12. und dann sollte noch eine weitere Woche später ein Techniker kommen). Da das Modem auch an der bisherigen ADSL-Leitung funktionierte, richtete ich diesen umgehend mit den bisherigen Zugangsdaten ein. In der Hoffung somit die Umstellung auf VDSL möglichst reibungslos zu gestalten.
Der 6. kam und der Router meldete “Einwahl fehlgeschlagen: Ihre Zugangsdaten sind gesperrt“. Da ich am Tag der Umstellung auf VDSL eher mit einem Komplettausfall der DSL-Leitung gerechnet hatte, anstatt mit falschen Zugangsdaten, rief ich die Störungshotline an.
“Herr St. in Rostock” konnte leider nicht einmal die T-Online-Nummer zur Kundennummer des Auftrags finden, sprach aber vom heutigen Umstellungstermin bis 13 Uhr und bat mich um Geduld bis dahin. Um 13 Uhr bestätigte dann eine sehr bemühte Frau R., dass der T-Online-Zugang gesperrt sei. Allerdings war ihr auch nach zwei Rückfragen mit anderen Abteilungen kein Grund dafür ersichtlich.
Mit anwachsender Wut im Bauch war nun Vertriebsmitarbeiter H. aus Stuttgart an der Reihe: ich wollte eine sofortige Lösung. Da er nicht erreichbar war, bekam stellvertretend die arme Frau F. meinen Telekom-Frust ab. Sie wollte alles klären und meldete sich kurze Zeit später wieder: der Tarifwechsel hat automatisch den alten Zugang gelöscht, obwohl noch keine neuen Zugangsdaten verschickt wurden. Gleichzeitig war sie aber der Meinung, dass auch die alten Zugangsdaten eventuell in ein paar Wochen wieder funktionieren könnten.
Moment?! WOCHEN? Wir hatten bisher von 8 bis 14 Uhr keinen Breitband-Internetzugang, da hätte ich höchstens “eine Stunde” noch verkraftet, aber keine WOCHEN!
Die Dame präsentierte eine andere Lösung: die T-Online Sofortkennung. Trotz meines Sträubens, neue Zugangsdaten im Router zu hinterlegen, schien dies die schnellste Lösung zu sein. Per Telefonanruf sollte unser Geschäftsführer (als einziger namentlich bei der Telekom hinterlegt) neue temporäre Zugangsdaten erhalten. Die geheimen, sonst nur per Einschreiben erhätlichen Zugangsdaten per Telefon!
Da hier – anders als bei Privatkunden – kaum Details zum Ansprechpartner hinterlegt sind, wollte sich T-Online mit der bloßen Namensnennung begnügen. Darauf baute dann meine spontane Idee zur Lösungserweiterung auf: die Mitarbeiterin (oder ihr Chef) sollten selbst bei T-Online anrufen, sich für unseren Geschäftsführer ausgeben und mir die Daten per Fax zusenden. Da ich zu diesem Zeitpunkt unterwegs war, die bequemste Lösung für mich.
Letztlich bekamen wir die Zugangsdaten auf anderem Wege und sollen damit nun die nächsten acht Wochen online kommen. Was danach passiert wusste niemand. Die DSL-Leitung allerdings, war jetzt immer noch mit lediglich 6.000 KBit/s geschaltet.
Im weiteren Gespräch mit Herrn H. brachte dieser nun zum Ausdruck, dass wir zwar einen neuen Tarif für den Telefonanschluss, nicht jedoch für den Internetanschluss bekommen hatten. Denn dies kann erst nach Tarifänderung geschehen und war sogar im System hinterlegt. Allerdings ist VDSL für Geschäftskunden (zumindest hier in Stuttgart) noch so neu, dass er keinen Termin für eine Realisierung nennen kann.
Klasse.
Unzählige Stunden am Telefon, Briefe schreiben, usw… aber es wird sich nichts ändern. Die Masse macht’s. Und anderswo ist es auch nicht besser, höchstens langweiliger. Danke Telekom.
6. Juli 2010 – 18:28 | jan in sysadmin | Keine Kommentare »