Nach vielen Jahren ohne Desktop-Rechner habe ich vor wenigen Tagen nun noch nicht länger widerstehen können: eine Maschine zum Experimentieren musste her.
Um nichts zu überstürzen habe ich diverse Artikel in c’t & Co verfolgt. Dort wurde auch vor mangehaft konfigurierten “Prozessor-C-States” bei Komplettsystemen berichtet. Durch diese “C-States” kann der Prozessor beispielsweise einzelne Kerne mit einer höheren Taktfrequenz betreiben. Solange hauptsächlich ein Kern benötigt wird und die Temperatur unter der TDP bleibt, kann so ein i7-Prozessor bei Bedarf bis 3,4 GHz hochtakten. Ohne händisches “Übertakten” wohlgemerkt.
Nach Wochen – oder gar Monaten – hatte ich mein Traumsystem dann zusammen gestellt.
Allerdings bieten die günstigen Online-Händler ja meist nur Vorkasse an, wodurch die Ware erst bei Eingang des Geldes reserviert wird. Wenn dann nur noch die Hälfte verfügbar ist und weitere Artikel nicht mehr zum angepriesenen Preis geliefert werden können, vergeht einem schnell die Lust am Schnäppchen.
Das Resultat: ich habe einige Wunsch-Komponenten durch andere ersetzt und beim Händler vor Ort alles auf einen Schlag gekauft. (Was mich schon zum nächsten Thema bringt: warum wirbt man mit “dem (grossartigen) Service beim Fachhändler vor Ort”, wenn die Fähigkeiten der Mitarbeiter gerade einmal über Elektronik-Markt-Niveau liegen? – Aber egal. Ich wusste ja was ich haben wollte.)
Als Mainboard hatte ich nun ein Gigabyte GA-P55-USB3.
Nach dem Zusammenbau habe ich dann sofort im BIOS die C3/C6/C7-Support Optionen auf “Enabled” gesetzt. Und (vermutlich aus Angst aufgrund mangelnder Erfahrung beim Auftragen von Wärmeleitpaste … 0.04 Gramm!?) habe ich auch die Warnung vor Überhitzung aktiviert.
Nach der Einrichtung und der Freude über das super leise und flinke System sind mir leise, sporadisch ertönende Piepser aufgefallen. Ich wollte sie zuerst nicht wirklich als Piep-Töne bezeichnen, da sie so unregelmäßig auftraten und auch durch eine Verformung durch Temperaturänderungen hätten entstehen können.
Nach diversen Spielereien an den BIOS-Optionen bin ich auf ähnliche Berichte anderer Benutzer (ocassional motherboard beep) gestossen.
Angeblich ist ein Bug in der Umsetzung oder der Überwachung des C6-States für das Ansprechen der Temperatur-Warnung verantwortlich. Lösung: Abschalten der C3/C6/C7-Unterstützung.
WAAAS? Das kann ja nur ein Witz sein. Gerade deshalb wollte ich ja einen Prozessor dieser Art einsetzen. Nach einigen Tests habe ich herausgefunden, dass auch das Abschalten der Warnungen ausreicht um das Piepen zu unterdrücken.
Als sehr hilfreich bei der Suche nach einer Bestätigung für das richtige Arbeiten der Prozessor-Konfiguration hat sich wie auf dieser Seite beschrieben das Belasten einzelner und mehrere Kerne mittels “Core2MaxPerf” (zu finden als letzter Punkt im Abschnitt “Downloads”) erwiesen.
4. Juni 2010 – 15:11 | jan in sysadmin | 2 Kommentare »